0.
Start
1.
Willkommen
2. Spurensuche
3. Bilder
4. Who is who?
5. Studium
in Marburg
6.
Studium in Gießen
7.
Studium in Straßburg
8. Studium in
Jena
9.
Studium in Wittenberg
10.
Studium in Göttingen
11. Studium in Heidelberg
12. Studium in Erlangen
13. Studium in
Tübingen
14. Studium in Paris
15. Dissertationen
16. Leichenpredigten
17. Autoren
18. Maler
19. Engelbach
im
Elsaß
20. Biedenkopf
21. Engelbach in
Rußland
22. Interessante Links
23. Nützliche Tools
24.
Haftungsausschluß
25.
Fotoalbum
|
Carl Ludwig Engelbach, * Zweibrücken 16. 6. 1760, + (?), Kaufmann (Bankier) und Commerzienrat im Dienste von Pfalz-Zweibrücken mit Sitz in Hamburg
|
| Über
die mir vorliegenden Angaben wie Name, Geburtsort und -datum hinaus
war über Carl Ludwig Engelbach wenig bekannt gewesen. Doch
hatte vor längerem die allgemeine Literatursuche im Katalog der
Staatsbibliothek Berlin ein Ergebnis gebracht, wenn auch mit
enttäuschendem Ausgang; die aus zwei Blättern bestehende
Gelegenheitsschrift mit dem Titel "An Kühnens & Sophiens Hochzeitsfest d. 15. Jun. 1784 von Ihrem Freund & Diener / C. L. Engelbach, Hamburg : Gedr. v. C.
W. Meyn, 1784", konnte bei der Bestellung nicht gefunden werden. Die inzwischen aktualisierten
Kataloginformationen weisen darauf hin, daß sie infolge Kriegsauslagerung mit
anderen Gelegenheitsgedichten in der Bibliothek der
Jagiellonen-Universität Krakau aufbewahrt wird. Die Auflösung
der
abgekürzten Vornamen zu "Carl" und "Ludwig" und die
Zusatzinformation
"Hamburg" führte bei Durchsicht meines elektronischen
Personenregisters zu dem Schluß, daß C. L.
Engelbach aus Hamburg identisch sein
könnte mit der Person gleichen Namens aus
Zwei- brücken. Kein Hinweis findet sich bisher darauf, wann und aus welchem Grunde er nach Hamburg gekommen ist.
|

|
Im
"Neuen Hamburger und Altonaer Addreß-Buch 1794" findet man auf
Seite 64 den Eintrag: "Engelbach & Roeck, Kaufleute,
Cathrinstraße, in B. C. Carl Ludwig Engelbach & Roeck, no.
84, N 1."
Sankt Katharinen, eine der fünf Hauptkirchen Hamburgs, liegt seit 100 Jahren
die Speicherstadt gegenüber. Sie ist traditionell die Kirche der
Seeleute.
Im Hamburger Addreß-Buch aus dem Jahr 1797, Seite 7, zeigt der
Eintrag, daß die Firma Engelbach & Roeck weiterhin besteht,
jedoch mit
verändertem Firmennamen unter neuer Anschrift: Roeck, Firma von
Engelbach & Roeck, Königsstr. (in Altona?), M 10 Nr. 238.
Im Unterschied zu 1794 gibt es unter dem Namen Engelbach keinen Eintrag mehr.
Sollte Carl Ludwig Engelbach nach em frühen Tod seiner Frau 1795 den Anteil an der Firma veräußert und mit den beiden Kindern Hamburg verlassen haben? |
| Hauptkirche St. Katharinen, um 1900 |
|
1790
erscheint im Verzeichnis der Badegäste von Wilhelmsbad bei Hanau
der Commerzienrat Engelbach (ohne Vornamen) aus Hamburg. Ob er, im
Alter von 30 Jahren, ein Leiden zu kurieren hatte oder sich lediglich
aus gesellschaftlichen Gründen einen Badeurlaub gönnte, ist
nicht auszumachen. Daß seine Wahl auf Wilhelmsbad fiel, hatte
vermutlich familiäre Gründe: sein Bruder Gottlieb lebte und
arbeitete in Frankfurt am Main. Seit seiner Hochzeit mit Maria Cleophea
Schmid 1776 war der Kaufmann Gottlieb Engelbach dort Teilhaber im
Bankhaus seines Schwiegervaters Johann Friedrich Schmid.
Die Matrikel der Universität Giessen enthält unter dem 25.
Januar desselben Jahres eine Eintragung folgenden Wortlauts: "Carolus
Ludovicus Engelbach,
Homburgensis, Ser. Comit.
Palat. Rheni Duci
Bipontin. regent. a Consil. commerciorum s(ummos)
Doctoratus
in utr. jure h(onores) apud nos adeptus". Sie gibt darüber
Aufschluß, daß dem in Hamburg (nicht: Homburg)
residierenden pfalz-zweibrückischen Commerzienrat Engelbach ohne
Vorlage einer Dissertation die juristische Ehrendoktorwürde
verliehen worden ist.
Fünf Jahre später heißt es über Engelbachs
Compagnon Roeck, daß ihm in Abwesenheit der Dr. iur.
verliehen worden sei:
"In absentia Dr. iuris creatus" (Giessen 25. 6. 1795). Auffallend war,
daß in den neunziger Jahren des 18. Jhdts. vorwiegend Hamburger
"Kaufleute zu doctoribus Juris creirt" worden waren. Dieses geschah "ex
decreto senatus academici", also auf Anweisung des akademischen Senats
der Universität. (Hermann
Schüling, Die Dissertationen und Habilitationsschriften der
Universität Gießen im 18. Jahrhundert, Giessen 1976) |
 |
|
Grabrelief für Catharina Wilhelmina Louisa Engelbach
|
|
Bei einer Familienfeierlichkeit kam die junge Ehefrau des Hamburger Kaufmanns Carl
Ludwig Engelbach, Catharina
Wilhelmina Louisa (*1772), 1795 ums Leben.
Die Flamme eines umstürzenden Teelichts hatte ihre Abendkleidung in Brand gesetzt.
Landolin Ohnmacht, ein Bildhauer aus Dunningen
bei Rottweil in Württemberg, der sich in den 1790er Jahren in
Hamburg aufhielt, übernahm den Auftrag,
für die Grabstätte ein Relief anzufertigen.
"In Anlehnung an Darstellungen der antiken Kunst erscheint
die Verstorbene in griechischem Gewand mit verschleiertem Kopf,
zurückgelehnt auf einem antikisierenden Stuhl sitzend. Der
Kontakt zu ihren Kindern, die sich mit lebhaften Gebärden
in ihren Schoß drängen, ist unterbrochen: in seeliger
Entrückung hat die Verstorbene die Augen geschlossen. Ihre
unsterbliche Seele fliegt in Form eines Schmetterlings davon. Neben der
Büste Klopstocks zählt dieses Relief zu den wichtigsten
Werken, die der Dunninger Bildhauer im Auftrage
von Hamburger
Patriziern ausführte."
(Aus: Die Bildwerke des 18. Jahrhunderts, Katalog, Braunschweig 1977)
Das Grabmal befand sich auf dem Friedhof der
Dreifaltigkeitskirche in Hamburg-Hamm. 1899 wurde das Relief
(Marmor, H. 66,8 cm, B. 54,2 cm) in die Bestände des Museums
für Kunst und Gewerbe in Hamburg aufgenommen. Der Grabstein
scheint verschollen, möglicherweise durch Kriegseinwirkung.
Jedoch ist eine Abbildung erhalten.
(Grabrelief und -stein: Foto Marburg) |
 |
Engelbach's
Familien
Begräbniss
1796
Inschrift am Grabmal auf
dem Friedhof Hamm-Nord
in Hamburg
|
|
|
|